Integrative Lerntherapie

Die integrative Lerntherapie stellt eine intensive Förderung von SchülerInnen dar, welche ausgeprägte Lernstörungen wie Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche) oder Dyskalkulie (Rechenschwäche) aufweisen. Mit Hilfe eines integrativen Ansatzes (diagnostische
Abklärung, Schulkontakt, Elternarbeit, lerntherapeutische und heilpädagogische Fördermethoden) können wir gezielt und individuell auf den/die einzelne/n SchülerInnen eingehen. Gemeinsam werden Lernblockaden ab- und ein positives Lernverhalten aufgebaut. Der Unterricht erfolgt in Form von Einzelunterricht oder in Kleingruppen.

Dauer der Maßnahme: ca. 2 Jahre
Zeitlicher Umfang: Im Regelfall 2 Stunden wöchentlich
Rechtliche Grundlage: § 27 ff. SGB VIII; KJHG
Aufgabenübertragung: Über die zuständigen Jugendämter

 

Legasthenie (Lese- /Rechtschreibschwäche)

Der Begriff „Legasthenie“ wird  in der Forschung als „Entwicklungsstörung der Lese- /Rechtschreibfertigkeiten bei normal entwickelter Intelligenz“ (ICD 10) beschrieben. Sie kann demnach weder auf eine allgemeine Beeinträchtigung geistiger Entwicklung noch auf unzureichende Unterrichtsmethoden o. ä. zurückgeführt werden. Trotz durchschnittlicher Intelligenz bereitet den Kindern das Lesen und/oder Rechtschreiben große Schwierigkeiten. Als wesentliche Ursachen gelten in der heutigen Forschung genetische Faktoren sowie Störungen im Bereich der auditiven (hören) und visuellen (sehen) Wahrnehmung. Negativ beeinflusst werden kann die Legasthenie durch ungünstige äußere Bedingungen und kann somit zur seelischen Belastung beim Betroffenen führen. Aber: Legasthenie kann effektiv behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Bei einem Kind mit großen Rechtschreib- und Leseproblemen kann mittels unterschiedlicher Testverfahren (Rechtschreibtest, Lesetest, Wahrnehmungstest, Intelligenztest) geprüft werden, ob Handlungsbedarf besteht. Sollte eine Legasthenie vorliegen, kann unser Therapieangebot fördern und unterstützen. Die Therapie ist ganzheitlich angelegt und betrachtet die Gesamtpersönlichkeit der Kinder in schulischer, sozialer und emotionaler Hinsicht. Die Lese-Rechtschreib-Förderung setzt sich einerseits aus Übungen zusammen, welche die Lesefähigkeit stärken und andererseits aus systematischem Training von Rechtschreibregeln; ferner werden Lösungsstrategien vermittelt.


Dyskalkulie (Rechenschwäche)

„Dyskalkulie“ bezeichnet Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen, Zahlenräumen und Grundrechenoperationen. Man spricht von „Dyskalkulie“, wenn die Rechenleistung des Kindes um einen bestimmten Betrag unterhalb dessen liegt, was aufgrund des IQ und/oder des Alters zu erwarten ist. Die Ursachenforschung ist auf diesem Gebiet noch am Anfang; es werden jedoch ähnliche Ursachen wie bei der Legasthenie angenommen. Aber: Dyskalkulie kann effektiv behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Bei einem Kind, das Probleme mit Mengen, Zahlen und Rechenfertigkeiten hat, kann mittels unterschiedlicher Testverfahren (Test der mathematischen Grundvoraussetzungen, Rechentest, Intelligenztest) geprüft werden, ob eine Dyskalkulie vorliegt. Kinder mit Rechenstörungen haben die Mathematik grundsätzlich missverstanden. Unsere TherapeutInnen analysieren zuerst das grundlegende mathematische Missverstehen, erfassen die individuellen Probleme und durchbrechen damit die Überforderungs-Versagens-Spirale. Der Schüler lernt, die Inhalte der Mathematik zu verstehen und verbessert damit seine eigene Lernsituation. Bestandteil der Übungseinheiten sind u. a. Erlernen von Zählfertigkeiten, Ausbilden eines Zahlenverständnisses, Zahlenbegriffsbildung sowie Erkennen und Umsetzen von Rechenoperationen.

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